[Rezension] Alexandra Huß - Weiße Hand wie Schnee








"Weiße Hand wie Schnee"

Autor:Alexandra Huß
Preis: 14,00 €
Einband: Softcover
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 212 Seiten
Veröffentlichung: 01.05.2016
Verlag: ganymed-edition
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Fatale Begegnungen

Dort, wo die schottischen Wälder am dunkelsten und die verfallenen Burgen fast vergessen sind, stoßen sie aufeinander: Eine Gruppe von fünf Geschwistern, die fatalerweise glauben, hier ein sicheres Versteck gefunden zu haben; zwei Psychiater, die sich auf der Suche nach einem überfälligen Patienten schon am Ziel glauben; und ein Serienkiller, der an die falsche Adresse gerät.


Wie man schon an der Kurzbeschreibung sieht, verrät jene nicht als zu viel und genau dies spiegelt auch die Geschehnisse im Buch wider. Denn während des Lesens hat man doch immer wieder das Gefühl etwas übersehen zu haben bzw. man weiß nie genau woran man ist. Die Namen und Alter der 5 Geschwister werden erst im Laufe des Buches genannt. Zwischendurch werden einem nur die Verhalten der 5 erklärt oder es wird z.B. nur "das er der jüngste ist" gesagt, dies kann natürlich viel heißen. Was ich nur verraten will ist das eine von ihnen ein Mädchen ist und die gleichzeitig auch die älteste ist. Sie hat die Rolle der Mutter für die anderen 4 übernommen und nachdem was man liest macht sie dies sehr gut. Die 5 haben ein harmonisches Leben welches nur eine Angst kennt. Genau wegen jener verstecken sie sich in einer Burg  die mich persönlich sehr überraschte. Denn wenn ich an Burgen denke ,dann sind dies meist Ruinen oder sie sind Denkmäler. Nicht jedoch die Burg der Geschwister welche noch komplett intakt ist und neben warmen Wasser auch Strom bietet.Gerne hätte ich erfahren wie sie ihre Betten,Schränke, Kleidung usw. in ihr neues Domizil gebracht haben. Doch davon ist leider keine Rede. Schade denn Herd, Betten oder auch Waschmaschine gehören für mich nicht zur Standarteinrichtung einer alten im Wald liegenden Burg. Naja, ich habe es am Ende einfach so hingenommen. 
Die Versorgung mit Nahrungsmittel ist auch kein Problem da ein freundlicher Herr aus dem nahe gelegenen Dorf sie einmal im Monat versorgt. Alles andere erjagen sich die 5. 
Natürlich wäre es kein Thriller wenn dies schon die Geschichte wäre. Wir wechseln zwischendurch immer zu Herrn Mac Dollyn bzw. zu einer Studentin welche im Crichton Royal Hospital arbeiten bzw. ihre Arbeit über einen in der Psychatrie einsitzenden Gefangenen schreiben. Während der Interviews mit dem Gefangenen erfahren wir mehr über seine Erlebnisse die ihn dazu brachten dort einzusitzen. Diese erklären zwar nicht alles aber ein leichter Schauer, lief zumindest mir den Rücken hinunter. Ich bitte auch zu entschuldigen das ich den Namen nicht nenne aber ich finde das ich so zuviel verraten würde. 
Genau an diesem Punkt scheint die Geschichte erst richtig in Schwung zu kommen, denn der Psychater Mac Dollyn macht einen schweren Fehler. Er gibt dem Patienten Freigang. Ab da an ist alles anders und die Geschichte wird nach und nach immer vulgärer und auch brutaler. 
Wobei das eine als auch das andere von ihr, der ältesten der 5 aus geht.
Dabei zeigt sie einen Charakter den ich selbst als psychotisch beschreiben würde. Sie wechselt die Gefühlsseiten im minutentakt und kann von jetzt auf gleich von der rührenden Mutterrolle in die der Schlächterin schlüpfen. 
Nachdem ich das Buch fertig gelesen hatte, hatte ich das Gefühl eine Kurzgeschichte gelesen zu haben. Da es in der Geschichte nur wenige Orte gibt wo alles stattfindet und auch die Zeit an jenen sehr lang ist, bekam ich kein richtiges Zeitgefühl. Ich bemerkte nicht wie schnell ich die Seiten las, ein Gefühl das ich so kaum kenne. Das was mir zu schaffen macht ist die Vergabe des Buchtitels welchen ich einfach nicht in diese Story einarbeiten kann. Ich mag es wenn Titel etwas mit dem Thema des Buches zutun haben. 
Desweiteren hätte ich mir gewünscht mehr über die Geschwister und dem Patienten zu erfahren. Da das Buch recht schlank ausgefallen ist hätte es bestimmt dafür noch Platz gegeben. So hatte ich das Gefühl eine unbeendete Story zu lesen, was sehr schade war.
Es wäre auf jeden Fall viel mehr möglich gewesen.