10 Oktober 2016

[Rezension] Julia Jenner - Jagen, sammeln und verlieben








"Jagen, sammeln und verlieben"

Autor: Julia Jenner
Preis: 0,99 €
Einband: E-Book
Genre: Komödie
Seitenanzahl: 428 Seiten
Veröffentlichung:19.07.2016
Verlag: BoD



Und Maike dachte, sie hätte Probleme! Kein Kerl, kein Kind, kein fester Job, und das mit Mitte Dreißig. Aber schlimmer geht immer. Die leicht überspannte Journalistin gerät in einen Zeittunnel und landet mit einem aufgeblasenen Professor, einer prolligen Oma und einem langhaarigen Naturburschen in der Steinzeit. Mit ihren schrägen Schicksalsgenossen steht Maike nun vor ernsten Herausforderungen.
Wie überleben wir in der Wildnis ohne Zentralheizung?
Woher kommt das Essen, wenn es keinen Supermarkt gibt?
Wie finden wir heraus, ob uns die neuen neolithischen Nachbarn verspeisen oder kennenlernen wollen?
Doch schon bald plagt Maike eine noch viel wichtigere Frage:
Wie rasiere ich mir hier die Beine für ein vielversprechendes Date? 

Quelle: Julia Jenner



Vorab möchte ich mich bei Julia Jenner für das Leseexemplar bedanken.

Das Leben in der Steinzeit oder allgemein die Zeit vor Flatscreen-TV´s, Highspeed-Wlan oder Hybrid-Autos ist für viele eine Albtraum wie er im Buche steht. Denn was tun wenn man um etwas zu essen nicht einfach den Kühlschrank öffnen kann und die Mikrowelle anschmeißt? Richtig, man gerät erstmal in Panik. 

Im Buch geht es, wie oben geschrieben, um Maike welche von heut auf gleich ein paar Probleme mehr in ihr Leben bekommt. Zum einen ist sie plötzlich Single, sie verliert ihren Job und durch eine Erkrankung kann sie keine Kinder bekommen. Da ist doch der Auftrag als freie Journalistin über ein Mittelalterfest zu schreiben doch ein kleiner Hoffnungsschimmer. Nach einer mehr als stressigen Fahrt im Zug kommt Maike endlich an ihr Ziel und lernt auch ihren Gesprächspartner kennen, Professor Dr. Rudolf Haberdank. Dieser lädt sie zur Einbaumfahrt ein, auf welcher das Interview stattfinden soll. Doch genau diese Fahrt zieht die 4 Passagiere Maike, Herrn Haberdank, Ela und Gregor nach einem Kentern des Bootes durch einen Sog, welcher sie ein paar Jahrtausende in der Zeit zurück schickt. Willkommen in der Jungsteinzeit.

Maike an sich ist bestimmt keine Person die ich gerne kennen lernen möchte, zumindest anfangs. Ihr Kontrollwahn und der Hang alles zu übertreiben macht sie nicht unbedingt zu einer leichten Persönlichkeit. Das sie jedoch auch anders kann zeigt sich, als sich ihr Überlebenswille aktiviert. Die Angst vor Krankheiten schwindet und die Neugier übernimmt die Oberhand.

Gregor ist begeisterter  Naturfreund und versucht seit geraumer Zeit seinen Jagdschein zu machen. Er kommt nicht sehr gut mit menschen klar, da er durch seine Trips in der Wildnis anders denkt als andere. Er mag einfach die Natur.
Nachdem das Boot kentert, befindet sich Gregor in seiner Welt und schafft es die Truppe sowohl zu ernähren als auch ihnen einen Unterschlupf zu bieten. Dabei zeigt er Tricks die einen wirklich zum staunen bringen.

Der schlimmste im Bunde ist wohl Prof. Dr. Haberdank, welcher ungerne ohne seine Titel genannt wird. Arrogant, eingebildet und unbelehrbar versucht er sein Umfeld von sich zu überzeugen. Das Leben nach dem Sog ist für ihn anfangs der pure Horror. Nicht nur das er auf sein Zuhause, Frau und Geliebte verzichten muss, auch das seine Titel in dieser Zeit nix wert sind macht ihn reichlich zu schaffen. Und dann benehmen sich die Steinzeitler noch nicht mal so wie er es erforscht hatte. Der wohl unbeliebteste Charakter im Buch der erst am Ende versteht was wahre Größe bedeutet.

Zum Schluss kommt immer das Beste, in dem Fall Ela unsere Campingwagen-Oma welche mit Witz, Charme und einem Hauch Ironie jeden Menschen in ihren Bann zieht. Im Buch gibt sie sich als Reporterin aus um im Einbaum mitzufahren. Sie hat mit Gregor am wenigsten in der neuen Zeit zu kämpfen und gelangt schnell in den Kontakt mit den Steinzeitlern. Allerdings macht sie sich auch Sorgen um das Kind aus ihrem Nachbarcampingwagen welches meist verdreckt und unterernährt zu ihr kommt, denn sie hat beim kentern des Bootes noch sein Kuscheltier dabei. 

Zusammengefasst treffen 4 verschiedene Charaktere in der Wildnis auf einander und müssen sehen wie sie überleben. Hier ähnelt das Buch oftmals einem Survival-Ratgeber dessen Tipps und Tricks, die man durch Gregor erfährt, zum nachmachen einladen. Hier muss die Autorin sich sehr gut belesen und recherchiert haben.

Mir waren teilweise die Charaktere zu anstrengend, gerade Maike und manche Passagen hätten kürzer sein können. Ansonsten hatte ich eine lustige Zeit beim lesen und hüte mich ab sofort vor einer Mischung aus Einbäumen,Nebel und Gewitter.