25 Oktober 2016

Meine Welt - Teil 1




Ich wollte schon lange einmal beschreiben wie es mir aussieht. Was an meinem Leben so interessant ist? Eigentlich nix. Ich kämpfe jetzt seit ein paar Jahren so zu sagen gegen mich selbst. Ich leide an Depressionen ( auch wenn leiden das falsche Wort ist) und muss mich dabei mit Phobien und Ängsten auseinander setzen. 

Glaubt mir es ist nicht leicht das alles zu schreiben, aber es los zu werden, bedeutet für mich eine Art Entlastung.

Die ersten Anzeichen stellten sich bei mir mit 13/14 ein. Ich sah mehr nach einem Jungen aus als nach einem Mädchen und mein Freundeskreis war eigentlich nur oberflächlich. Geheimnisse oder Vertrauen blieben meist auf der Strecke. Für viele gilt ein " Natürlich erzähle ich es niemanden", gerade zu als Aufforderung es anderen zu erzählen. Also behielt ich meine Geheimnisse und Gedanken für mich. 

Genau in diesem Abschnitt begann ich mit mir selbst zu reden. Ich plapperte nicht einfach drauf los oder begann mich über andere aufzuregen sondern entwickelte eine Art Gesprächsrunde. Auch heute ist es noch so, das wenn ich jemanden etwas nicht anvertrauen möchte, ich es in einer Art Talkshow mit mir selbst bespreche. Stellt euch einfach vor, ich würde mich selbst interviewen, und die Gäste sind die verschiedenen Ich´s von mir. Bin ich deswegen schon verrückt? Für mich fühlt es sich sehr normal an.

Das Thema Selbstverletzung verbinden viele gleich mit Emo´s oder man denkt das die Leute Aufmerksamkeit wollen. Ich würde es gerne einmal aus meiner Sicht erklären. Erstmal ja, ich verletzte mich selbst. Je nach Tiefe meines Zustands kann es vom ritzen, selbst verprügeln oder verbrühen alles vorkommen. Ihr fragt euch warum? Auch mich beschäftigte es lange. Ich füge mir Schaden zu um zu realisieren das ich noch da bin. Es ist eine Art Versuch mit seinen verwirrenden Gefühlen wieder klar zu kommen. Und es ist Bestrafung. 

Bestrafung? Für was? Ich gebe euch ein Beispiel. Stellt euch vor ihr vermasselt etwas im Job oder habt Streit mit Freunden usw. Was ist euer erster Gedanke? Das bekomme ich schon wieder hin. Fehler passieren allen mal. und so weiter. Ihr wisst garnicht wie sehr ich mir wünschen würde auch so zu denken. Denn mein erster Gedanke bei einem Fehler ist: Selbstmord. 

Ja, ich bin Selbstmord gefährdet. Ich habe oft das Gefühl nicht in diese Welt, in diese Zeit zu passen. Ich fühle mich so anders und das schlägt schnell in Hass und Ekel um. Warum ich es nicht tue? Weil ich meinen Freund liebe und er mir klar gemacht hat was passieren würde wenn ich es täte. Dieses Schicksal auf meinen Schultern hält mich im Leben. 

Kehrt ihr noch das Gefühl abends im Bett und man hatte das Gefühl das ein Monster im Schrank ist? Mit der Zeit weiß man das da nix ist, nur was passiert wenn dieses Gefühl bleibt? Denn ja ich habe Nachtangst. Komplette Dunkelheit löst in mir Panik aus. Ich traue ihr einfach nicht. Ich habe immer mein kleines Licht an meiner Seite, auf das ich mich konzentrieren kann. Ich habe diese Angst seit ich klein bin und probiere stetig sie zu verjagen.

Ich hoffe dieser kleiner Einblick gibt euch ein besseres Bild über mich und wie das Leben einer psychisch kranken Frau aussieht. Ich habe mir das alles nicht ausgedacht. Ich habe Jahre gebraucht um auch nur einen Teil davon zu verstehen. Zu wissen was man hat macht es übrigens nicht einfacher dagegen zu kämpfen. Denn gerade weil man es weiß scheint es immer normaler zu werden.