[Rezension] Anne Breckenridge - Engel der Themse








"Engel der Themse"

Autoren: Anne Breckenridge
Preis: 12,00 €
Einband: Taschenbuch
Genre: Krimi
Seitenanzahl: 272 Seiten
Veröffentlichung: 06.09.2016
Verlag: Dryas Verlag



England, 1864: Im viktorianischen London werden immer wieder Kinder vermisst, die Kinder der Ärmsten. Der Schatten holt sie, sagen die Leute. Die Polizei unternimmt nichts. Auch nicht, als der neugeborene Bruder von Gladys verschwindet. 
Dann verschwindet der Sohn eines Lords, und diesmal wird die Polizei aktiv. Das vorlaute Küchenmädchen Emma gerät in Verdacht und muss fliehen. In den Straßen von London trifft sie Gladys. Keine traut der anderen. Doch als auch der zweite Sohn des Lords vermisst wird und die Polizei alle Schuld bei Emma sucht, müssen sie sich zusammenraufen. Nur gemeinsam können sie den Schatten besiegen und das Kind retten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt … 
Quelle: Dryas Verlag


Vorab möchte ich mich bei Anne Breckenridge und dem Dylas Verlag für das Leseexemplar bedanken.

Nebel, Straßenmädchen und der beißende Geruch der Themse, das damalige Bild London´s. Schon damals war London eine Stadt in der man um das Überleben kämpfen musste. Krankheiten schlichen durch die Gassen und rafften die Bewohner nach und nach hin. 

Wir dürfen im Buch die Leben von Gladys und Emma verfolgen, welche unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch ihr Leben überkreuzt sich als der Sohn eines Lord´s vom Schatten geholt wurde, welcher auch schon viele andere Kinder nahm. Nur waren dies Kinder aus der Unterschicht. Die Polizei kann nicht viel ausrichten und schnell werden Verdächtigungen ausgerufen.
Wer holt die Kinder und warum?

Kommen wir erstmal zu Emma, die aus der Mittelschicht stammt und ein gutes Elternhaus genießen durfte. Um ihr die Flausen aus dem Kopf zu bekommen, schickt ihre Mutter sie in einen Haushalt, in dem sie in der Küche arbeitet. 
Im Laufe des Buches verliert sie teilweise ihren Mut, was sie sehr anstrengend macht und man nicht mehr viel Mitleid mit ihr haben kann. Zum Glück ist dies nur ein Teil und am Ende haben wir wieder eine mutige junge Frau.

Gladys steht nicht unbedingt auf der Gewinnerseite des Lebens. Sie gehört zur Unterschicht und hat eine Alkoholsüchtige Mutter, die jedes Geld für Gin ausgibt. Während dessen kümmert sie sich um ihren Bruder und die anderen " Würmer, wie Gladys sie nennt, die ihre Mutter gebärt. Sie verdient sich erst ihr Geld mit Prostitution und findet im Laufe der Geschichte einen Haushalt der sie auf nimmt. Dazwischen dürfen wir erleben wie hart das Leben sein kann. Trotzdem bleibt sie die ganze Zeit taff und man ist teilweise überrascht was diese junge Frau alles aushalten kann.

Die Geschichte selbst klang wahnsinnig spannend. Ich bin ein großer Fan von London-Krimis, schon da ich Sherlock Holmes sehr gerne lese. Allerdings hatte ich zwischendurch das Gefühl gar keinen Krimi zu lesen, da man eigentlich nur erfährt wie die Leben der beiden Mädchen aussehen. Erst gegen Ende wurde es wieder interessant und enttäuschte mich dann abermals. Der Täter wurde gefunden, aber die lang ersehnte Lösung blieb aus, was mich wirklich ärgerte. 
Auch hatte man das Gefühl gar nicht wirklich in die Ermittlung mit einbezogen zu werden oder es Momente gab die nicht wirklich zum Handlungsverlauf passten.

Die Schreibweise gefiel mir sehr gut, er war leicht und locker geschrieben. Auch die Wechsel zwischen den Mädchen waren sehr gut platziert und ließen einen gleich erkennen über wen wir lesen. 

Ich hatte von diesem Buch mehr erwartet. Die Geschichte hat viel Potenzial das aber nur zum Teil genutzt wurde. Mir blieben zu viele Fragen offen, was mich jetzt noch etwas ärgert.