[Rezension] Sharon Guskin - Noah will nach Hause








"Noah will nach Hause"

Autor: Sharon Guskin
Preis: 18,00 €
Einband:Taschenbuch
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 432 Seiten
Veröffentlichung: 22.09.2016
Verlag: Ullstein Allegria



Die alleinerziehende Janie ist ratlos. Ihr vierjähriger Sohn Noah hat Albträume und erzählt von grausigen Dingen. Immer wieder jammert er, dass er zu seiner Mama will. Aber ist er das nicht? Nachdem die verzweifelte Mutter verschiedene Ärzte konsultiert hat, stößt sie beim Stöbern im Internet auf die Seite von Jerome Anderson, einem Psychologieprofessor, der das Phänomen der Wiedergeburt erforscht. In ihrer Not nimmt sie Kontakt zu ihm auf. Kann er Noah helfen? Und so machen sie sich mit nur wenigen Anhaltspunkten detektivisch auf die Suche nach dem Ort, dem Haus, der Familie, der Mutter, nach der Noah sich so sehr sehnt – und werden fündig.

Quelle: Ullstein Allegria


Die Weihnachtszeit bringt mich komplett aus dem Konzept. Aber nun endlich habe ich es geschafft und bin einfach nur hin und weg. Eine Geschichte, wenn auch fiktiv, die mit wahren Elementen einen AHA-Moment aus einem heraus kitzelt. Denn das Thema Wiedergeburt ist den wenigsten geläufig und auch ich musste mir eingestehen eigentlich nix darüber zu wissen bzw mich überhaupt nicht dafür zu interessieren. 

Im Buch geht es um Noah welcher des öfteren nach seinem wirklichen Zuhause und seiner richtigen Mutter schreit. Er will zudem nicht baden und erzählt im Kindergarten Sachen, die er so noch garnicht wissen dürfte. Nach und nach versteht man die Verzweiflung von Noah´s Mutter Janie, welche mit ihren Sohn von Arzt zu Arzt rennt nur um fragwürdige Diagnosen zu bekommen. Alles ändert sich als sie auf Prof. Jerome "Jerry" Anderson stößt und der ihr weiß machen möchte das Noah eine Wiedergeburt in sich trägt. Anderson selbst sieht in Noah seinen großen Fall und das obwohl seine eigene Gesundheit rapide abnimmt. Doch er gibt sein bestes um Janie und Noah zu helfen.

Zu den Personen muss man nicht viel sagen außer das sie außerordentlich authentisch waren. Man konnte sich alle sehr gut vorstellen und ihre Gefühle nachvollziehen. Egal ob es die Verwirrung über Prof. Anderson´s Krankheit war oder die von Janie, als sie von Noah´s wiedergeborener Seele erfährt. Die größten emotionalen Momente hatte ich allerdings bei Denise und ihre Familie, welche zeigten wie man mit dem Verlust eines Kindes fertig werden muss. Schon die Vorstellung daran zerriss mich. Ein Buch voller echter Personen, die sich auch so anfühlen.

Bei diesem Buch bin ich immer noch etwas sprachlos, da ich das gelesene noch immer verarbeite. Ich habe mich mit dem Thema Wiedergeburt noch nie auseinander gesetzt, warum auch? Doch das was ich las, verwirrte mich und machte mich zudem neugierig. Die Ausschnitte im Buch, die aus wahren Erzählungen stammen, ließen mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Man spürte einfach nur Ungewissheit. Denn die meisten haben so einen Fall noch nie erlebt, genau wie ich.

Das dies der Debütroman der Autorin sein soll, glaubt man fast kaum. Der Schreibstil ist ein Gedicht, das einen nur so durch die Kapitel fliegen lässt. Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen, egal wie spät es war. 

Für mich eines der besten Bücher dieses Jahr. Absolut zu empfehlen.