[Rezension] Rose Kleinknecht-Herrmann - Frust, Revolte und Normalität








"Frust, Revolte und Normalität"

Autor: Rose Kleinknecht-Herrmann
Preis: 9,63 €
Einband: Taschenbuch
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 324 Seiten
Veröffentlichung: 05.08.2016
Verlag: CreateSpace



Schulroman "Ich selbst könnte nur stockend vorbringen, was mich bedrückt, am allerwenigsten wortreich am Bildschirm vor einem Interviewer. Meine Rede wäre mit Angst durchsetzt, zögernd, farb- und glanzlos und unscheinbar. Ich trage keine Plakate vor mir her, meine Befindlichkeit ist nicht werbewirksam, ich kann nicht demonstrieren für mehr Rechte. Ich teile mich ja niemandem mit und äußere mich höchstens über mein Unterbewusstsein in Form von Angstschreien, die meine Frau bereits aus dem gemeinsamen Schlafzimmer vertrieben haben."

Quelle: Amazon



Wenn man an die Schule denkt fallen einen sofort 2 Wörter ein, Lehrer und Ferien. Das erste war verhasst und das andere geliebt. Doch warum hatten wir gegen einige Lehrer etwas, verspotteten sie sogar? Während wir andere Lehrkräfte förmlich vergötterten und es uns nicht mit ihnen verscherzen wollten. War es ihr Auftreten oder war es weil er einfach ein langweiliges Fach lehrte?
Dies muss wohl jeder für sich wissen.

Schon nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, begann ich ein schlechtes Gewissen zu bekommen, welches sich bis zum Ende hinzog. Denn das Gelesene zeigte mir wie viel Kraft ein/-e Lehrer/-in heute aufbringen muss überhaupt den Unterricht ohne Ängste durchzustehen. Die Jugend von heute wird nicht leichter und auch der Umgang miteinander wird immer rauer. Wer nicht up to date ist fliegt bei den Schülern raus und kann nicht mal etwas dagegen machen.

Auch zeigte mir das Buch wie viele Regeln ein Lehrer gegenüber den Schülern hat. Die Liste ist lang und wird je nach neuen Paragraphen nur noch länger. 
Hin gegen haben die Schüler kaum noch Regeln. Außer der Pflicht anwesend zu sein, interessiert es die wenigsten was vorne an der Tafel geschieht. 

Dies klingt alles sehr weit hergeholt, sind aber Eindrücke die ich durch das Buch gewann.

Nun zu Wolfgang Fink, dessen Leben wir verfolgen dürfen. Wir erleben ihn als einen Schatten, der sich an die Masse angepasst hat und gar nicht mehr auffällt. Doch wie kommt es dazu das ein Lehrer den Spaß am Lehren verliert und ihm selbst seine Freizeit zuviel wird. Die Antwort lautet Stress. Denn sein Leben ist nicht gerade einfach. Da wären die vermögenden Freunde mit eigener Sauna, seine Frau die dazu gehören will und seine Arbeit als Lehrer. Wir dürfen erleben wie Herr Fink immer mehr zu Grunde geht, bis er zudem wurde was er jetzt ist. Ein Schatten seiner Selbst.

Ich hatte eine sehr grobe Schreibweise erwartet, wurde aber mit einer zugänglichen und detailreichen mehr als überrascht. Teilweise so sehr das mich die Gefühle überrannten und ich für den einen oder anderen Lehrer, aus meiner Vergangenheit, eine Träne vergoss. Auch die Abwechslung der Sichtweisen war verblüffend und schockierend zu gleich. Egal ob vom Spitzen-Lehrer bis zum Direktor, über alle erfährt man etwas.

Ein sehr berührendes Buch, das einen klar macht das Lehrer auch nur Menschen sind und das man das Schulsystem in das 21.Jahrhundert holen sollte. 




 
 


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