[Rezension] Leif Tewes - Blutzucker






Autor:  Leif Tewes
Preis: 16,90 €
Einband: Taschenbuch
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 250 Seiten
ISBN: 978-3-95771-132-8
Veröffentlichung: 15.03.2017
Verlag: Groessenwahn Verlag



WorldFood ist eine globale Lebensmittelfirma, die einen Pharmakonzern für Diabetesmedikamente angekauft hat. Doch als sich der Markt verändert und der Absatz von Zucker stockt, hat der Konzernmanager Meininger eine teuflische Idee, wie er den Umsatz ankurbeln kann: Diabetes durch versteckten Zuckerkonsum. Bei der Umsetzung seines Planes soll ihm der Lebensmittelchemiker Paul Hartmann helfen: Eine einfache Laborratte, glaubt der Manager. Doch Paul hat eine bewegte Vergangenheit und als Meininger auch noch seine Zukunft zerstört, schwört er auf Rache. Die Ermittler Kommissar Berg und Landers werden in den tödlichen Kampf verwickelt, bis letztlich auch ihr Leben in Gefahr gerät.
Leif Tewes führt den Leser hinter die Kulissen von modernen Großkonzernen. In seiner gesellschaftskritischen Auseinandersetzung mit Foodherstellern, Pharmaunternehmern und Lobbyismus verarbeitet er das aktuelle Thema »Zucker in Lebensmitteln«. Mit einem nervenaufreibenden Rachefeldzug von Frankfurt über Zürich bis ins Herzen Kolumbiens deckt der Autor skandalöse Machenschaften und Zusammenhänge zwischen Food- und Pharmaindustrie auf. Ein brillanter Roman-Noir für starke Nerven um die brutale Frage: Was genau essen wir eigentlich?
Quelle: Groessenwahn Verlag



Zucker, ein großes Übel in der heutigen Zeit welchem viele verfallen sind. Teilweise wissen wir nicht einmal wo überhaupt Zucker drin ist. Eine Ernährung ohne daher sehr schwer und für viele befremdlich da wir die Süße gewöhnt sind. Und dann sehen wir sie, Joghurts, Desserts oder Getränke und das ohne Zucker und das bei gleichen Geschmack. Einfach toll. Lasst euch, im neuen Thriller von Leif Tewes, hinter die Kulissen eines Weltkonzerns führen und erlebt wie aus normalen Zucker, Blutzucker wird.

Paul ist Lebensmitteltechniker in einem führenden Lebensmittelkonzern, welcher einen Pharmakonzern gekauft hat und sich damit weitere Millionen verdienen will. Wie? Der Konzern, der hauptsächlich Medikamente und Therapien für Diabetes und Krebs anbietet, wird durch "Worldfood" gefördert, in dem sie normale Lebensmittel noch süßer machen. " Wie man im Buch so schön sagt: "Wir züchten uns unsere eigenen Diabetiker". Dafür wird gewaltig getrickst, nur damit weder Lebensmittelkontrolleure noch uns ahnungslosen Kunden dies auffällt. Die Geschichte nimmt seinen Lauf als Paul in den Überresten seiner Freundin und Fast-Ehefrau Nicole steht, die nach einem Attentat verstarb. Doch war dies wirklich Zufall? Und was hat Pauls Chef damit zutun? Weiß er von Paul´s trauriger Vergangenheit? Ein Schlund tut sich auf der den Leser in einen Sog von Wahrheiten zieht, den er so nicht erwartet. Hier müssen Kommissar Berg und sein Team eingreifen und erleben ihren ersten gemeinsamen Fall, welcher sie nicht nur Richtung Schweiz bringt sondern auch nach Kolumbien.Liebe, Rache, Trauer und Gier, ein explosives Gemisch, vereint in einem Buch.


Kommen wir erstmal zu den Charakteren welche ich eigentlich allesamt sehr ansprechend fand. Der ein oder andere, war zwar leicht übertrieben, aber dies konnte man sehr gut verschmerzen. Paul Hartmann, der Lebensmitteltechniker von Worldfood, ist einer der Hauptcharaktere im Buch obwohl dies wohl eigentlich Berg und sein Team sein sollten. Trotzdem war Paul für mich die Leitfigur und dabei sehr sympatisch. Er hat viel durchmachen müssen und wirkte trotzdem sehr stark. Auch im Bezug auf seine Arbeit war er sehr interessant, da er so einiges hinterfragte und niemand war der einfach nur "Ja" sagte. Kommissar Berg hat es faustdick hinter den Ohren, er ist meist sehr schnell aufgebracht und erntet dafür regelmäßig von seinem Freund und Chef, dem Polizeipräsidenten. Landers, Berg´s Kollegin, empfand ich erst als sehr schüchtern und schließlich als sehr willensstarke Person. Der 3. Kollege des Teams war mir dann doch etwas suspekt, da er sich, seit einem Schusswechsel, nicht mehr wirklich in Außeneinsätze traut und lieber die Schreibtischarbeit vorzog. Die Personen rund um den "Worldfood"-Konzern sind zwar gefährlich und grausam aber keineswegs unsympatisch. Sie passen perfekt in das Geschehen und erfüllen vollends ihre Aufgabe, nämlich für Action sorgen.

Die Idee zum Buch gefällt mir sehr gut, da man gleichzeitig einen Thriller liest und doch noch etwas dazu lernt. Ich war teilweise schockiert von der Leichtigkeit wie der, wenn auch fiktive Konzern, die Kundschaft zu Patienten machen wollte. Denn selbst die Stevia-Pflanze, auf die immer mehr Firmen bauen, ist nicht ohne. Ich finde damit hat Herr Tewes eine Thematik sehr gut umgesetzt, das uns alle interessieren sollte. Nämlich, was ist in unserem Essen?


Der Schreibstil gefiel mir sehr gut. Er war leicht aber doch herausfordernd, da manchmal doch ganz genau gelesen musste was einem da gerade erzählt wird. Gerade die Begriffe rund um die Lebensmitteltechnik waren sehr gut recherchiert und ergaben oftmals "Aha"-Effekte. Auch die Spannung im Buch kam nicht zu kurz. Es wird zwar stellenweise blutig, aber man verschont uns mit den Details. Man merkt das es weniger um die kriminalistische Arbeit geht sondern ehr um den Skandal. Das Gelesene in ein Kopfkino umzuwandeln war leicht und machte kaum Schwierigkeiten.


Das Cover zum Buch fand ich fast zu schlicht. Es fällt mit seinem kräftigen Rot schon auf, aber ein paar Spielereien mehr, hätten dem Cover auch nicht geschadet.

Ein leicht verständlicher Thriller mit einem sehr aktuellen Thema. Gut umgesetzt und sehr spannend.


                 Vielen Dank an den Grössenwahn Verlag für das Rezensionsexemplar.