05 Juni 2017

[Über mich] Meine Diagnose und wie ich dadurch zu meinen Katern kam.



Nachdem ich in letzter Zeit sehr viele Rezensionen online gestellt habe, wollte ich auch mal etwas über mich schreiben. Wie man vielleicht sieht habe ich noch keine Interviews mit Autoren geführt oder ähnliches. Warum? Das ist ganz einfach. Ich habe keine Kraft dafür.

Ich hatte vor über 3 Jahren einen Nervenzusammenbruch der mein Leben vollkommen verändert hat. 

Nachdem ich diesen hatte, war ich 3 Monate stationär und danach weiterhin in ambulanter Behandlung obwohl man mich am liebsten wieder stationär gesehen hätte. Nicht aus Angst das ich andere verletzten könnte, sondern ehr das ich mir schaden könnte.

Meine Diagnose hat sich seitdem kaum verändert. Zusammengefasst leide ich an Depressionen, schizophrenen Zügen, Agoraphobie ( Angst die Wohnung zu verlassen), Aphenphosmophobie (Berührungsangst), Panikattacken und wurde als Borderline-Erkrankte eingestuft. Dazu kommt das ich mich selbst verletzte. Das ich dies so offen erzählen kann, war ein langer Prozess in dem ich mir vieles eingestehen musste. 

Nun kommen meine Kater ins Spiel. Ich und mein Freund waren ratlos was man für mich tun könnte wenn ich alleine zuhause bin. Da ich meist nur stundenlang eine Wand anstarrte und dabei den Haushalt und auch mich selbst vollkommen vernachlässigte, musste etwas geschehen. Wir durchsuchten das Internet und wurden fündig. Wir wollten es mit einer Katze als Therapietier versuchen, was erstmal härter klingt als es ist. Wir entschieden uns schließlich für den kleinen Apollo, welcher zu dem Zeitpunkt gerade einmal 13 Tage alt war. 



Obwohl der kleine Mann noch nicht bei uns eingezogen war, begann bereits meine Therapie. Denn als erste Aufgabe galt es den Kleinen einmal pro Woche im Katzenhaus zu besuchen. Für mich die Hölle, aber ich zog es durch und das bis Apollo bei uns einzog. Der erste Schritt war getan, fehlten nur noch tausend andere. 




Schließlich musste ich zur Reha, die leider viel zu kurz war und mir daher nicht den erwünschten Erfolg brachte. Durch meine Panikattacken usw. konnte ich teils Therapien nicht antreten oder musste sie mittendrin abbrechen, da man sonst nicht für meine Gesundheit garantieren konnte. 

Mitten in der meiner Reha hatten mein Freund und ich ein Gespräch über Apollo, den wir merkten beide das er sich zwar geliebt fühlte, aber doch einsam war. Also entschieden wir nach einen Freund für Apollo zu suchen und fanden nach langer Suche Fynn. 




Erst kam das große Fauchen, dann das freundschaftliche Kuscheln und ablecken. Sie tobten zusammen und tun dies heute auch noch. 


Für mich änderte sich mit den beiden vieles. Denn die Wohnung wurde jetzt schneller schmutzig und auch die Wäsche war schneller reif für einen Waschgang. In mir machte es Klick und ich fing an die Wohnung aufzuräumen, regelmäßig zu saugen und den Abwasch zu machen. Auch nachdem Umzug in eine größere Wohnung, war es mir wichtig diese auch in einem ordentlichen Zustand zu haben. Bis heute hält dies an. Teilweise habe ich sogar Spaß daran die Wohnung zu saugen und zu sehen wie sie wieder sauberer wird.

Meine Ängste konnte ich bisher, trotz Therapie, nicht ablegen. Ich schaffe es zwar in Begleitung aus der Wohnung, klammere mich dann aber förmlich an die Person (meist meine Mum oder mein Freund). Ich grüble sehr viel und habe emotional sehr mit Ereignissen zu kämpfen. Seit einem Jahr habe ich nun diesen Blog und weiß das es hundertmal bessere gibt. Welche die sich mit den Autoren beschäftigen, Neuheiten genaustens ansehen oder bei jeder Messe oder Veranstaltung dabei sein können. 

Ich schaffe das nicht( hat Tränen in den Augen) weil es mich schon sehr viel Kraft kostet die Bücher die ich lese zu rezensieren. Trotzdem werde ich den Bloig weiter führen, schon allein weil meine Therapeutin dazu rät. Sie findet es gut, das ich etwas von mir preisgebe und etwas habe was mich vom grübeln abhält.

Auch wenn Depressionen, Borderline und Schizophrenie fast schon zu sogenannten "Volkskrankheiten" wurden, so kann ich nur sagen, das man sie trotzdem ernst nehmen sollte. Ich wurde nicht ernst genommen, teilweise sogar ausgelacht. Sprüche wie " du musst dich nur zusammen reißen" , hörte ich im Akkord. Doch mit zusammen reißen ist es nicht getan. 

Mittlerweile beginne ich meine Tabletten herunter zu schrauben, natürlich unter Aufsicht. Ich habe stark zu genommen, was nochmal an meinem Selbstwertgefühl nagt, aber ich möchte das jetzt durchziehen. Es wird noch ca. 2 Jahre dauern bis ich auf 0 hinunter dosiert bin. Was danach kommt wird sich zeigen. 

Meine große Stütze sind Bücher. Ich lese um meine Ängste und Gedanken zu verdrängen. Auch wenn ich noch andere Dinge probieren soll, ist dies momentan die schönste Art um mich von mir selbst zu lösen.

Ab nächsten Jahr möchte ich auch mit Challenges beginnen und hoffe diese auch zu schaffen. Bis dahin werde ich weiter an mir arbeiten, auch wenn ich manchmal nicht vom Fleck komme oder gar zurück falle.

Dieser Blog ist meine Therapie und noch lange nicht so wie ich ihn gerne hätte aber ich werde weiter daran arbeiten. Dabei hilft mir mein Freund, meine Mum, meine Schwiegermutter und meine 2 kleinen Fellpopo´s, die mittlerweile schon 2 Jahre alt sind.