[Rezension] Jane Austen, Seth Grahame-Smith - Stolz und Vorurteil und Zombies






Autor: Jane Austen, Seth Grahame-Smith
Preis: 11,99 €
Einband: Taschenbuch
Genre: Mystery/ Parodie
Seitenanzahl: 480 Seiten
ISBN: 978-3453533516
Veröffentlichung: 03.05.2010
Verlag: Heyne Verlag



Jane Austen dreht sich im Grabe um ...

Der gut aussehende Mr. Darcy und ihre eigenen widersprüchlichen Gefühle sind diesmal nur die geringsten Probleme, mit denen sich Elizabeth Bennet herumschlagen muss. Denn aus London ergießt sich eine Horde von Untoten über das Land, und Lizzie sieht sich plötzlich vor eine Entscheidung gestellt: entweder ein Leben zusammen mit Mr. Darcy oder Tod den Zombies. Oder doch beides? 

Quelle: Heyne Verlag


Dieses Buch als Parodie oder dergleichen zu betiteln, fand ich eigentlich sehr traurig. Ich habe zwar das Original: "Stolz und Vorurteil" weder gelesen noch mir als Film angesehen, doch wollte ich mir seine Horrorvariante, wie ich sie nenne, nicht entgehen lassen. Gerade die doch schwierige Sprache und die Thematik der unerfüllten Liebe schreckten mich etwas ab. Da ich mir aber die Verfilmung des jetzigen Buches ansah wuchs auch der Wunsch es zu lesen. Und hier sind wir nun. 

Kaum jemand kennt "Stolz und Vorurteil" nicht, eine Geschichte über die Liebe, die trotz Stolz und Vorurteilen gefunden wird. Doch was ist, wenn wir den Roman um ein paar Zombies bereichern? Richtig, ein großes Maß an Spannung tritt der Geschichte bei, das all die anlockt, die die Liebesgeschichte bisher mieden. So auch mich.


Wie auch im Original, lernen wir die Familie Bennet kennen, welche aus Frau und Herr Bennet  und deren 5 reizenden Töchtern bestehen. In dieser Erzählung des Buches sind alle Töchter des Hauses trainierte und kampfbereite Kriegerinnen, dessen Fähigkeiten sie bei der Bekämpfung gegen die Zombies helfen. leider nehmen nur die 2 Ältesten, Jane und Lizzie, dies nur sehr ernst , da die jüngeren Mädchen ehr nach ihrer Mutter kommen und es für wichtig halten einen guten Mann ab zubekommen. gerade deswegen sagte mir Herr Bennet mehr zu als seine Frau, da diese doch sehr störend und nervig war. Neben der Familie Bennett lernen wir noch einige Nebenfiguren aus der näheren Umgebung kennen, wie z.B. Charlotte Lucas, die im späteren Verlauf des Buches einen teils humorvollen und teils erschreckenden Weg gehen muss. 

Das Gegenüber bilden hierbei Mr. Darcy, Mr. Bingsley und Mr. Wickham, welche zum Teil sehr schwer einzuschätzen waren. Gerade da die Schreibweise eine leichte Kühlheit mitbrachte, war es schwer einzuschätzen wer die Wahrheit sagte und wer nicht. Besonders unterhaltend fand ich Mr. Collins, der Cousin der Schwestern, da er einfach nur töricht war und mit seinen Schmeicheleien gegenüber Lady Catherine oftmals über das Ziel hinaus schoss.

Lady Catherine selbst, war als Charakter sehr passend im Buch, hatte aber doch etwas an sich, das man sie einfach nicht mochte.

Die Darstellung der Zombies fand ich sehr gelungen, auch wenn ich mir manchmal gewünscht hätte noch mehr von ihnen zu erfahren. Es wurde nicht daran gespart sie zu beschrieben, auch wenn ihre Wunden noch so ekelerregend waren.


Ein großer Faktor der mich bisher davon abhielt sowohl das Original als auch das aktuelle Buch zu lesen, war die Schreibweise. Und genau diese machte mir tatsächlich gehörig zu schaffen. Wer Bücher dieser Art öfters liest wird keine Probleme haben deren Inhalt zu entschlüsseln, doch mir blieben oftmals die Bedeutungen von Sätzen verborgen. Da ich aber wusste auf was ich mich einließ, nahm ich dies nicht als Kritikpunkt wahr, sondern ehr als Herausforderung. Was mich dann aber doch sehr störte, war die sehr in die Länge gezogene Geschichte. Die wiederholte Erwähnung von Einladungen zu Tee, Kartenspielen und dergleichen, ließen die Spannung im Buch sehr schnell verschwinden. Zwar werden regelmäßig Vergleiche mit den Untoten gemacht, aber dies erweckte meist nur kleinere Grinser und verloren auch schnell ihren Reiz. Ich fand es trotzdem interessant wie der Zeitverlauf beschrieben wurde, da Besuche zu dieser Zeit, nicht eben Tage sondern teils Wochen und Monate einnahmen. Eine Vorstellung die heute kaum noch möglich ist. 


Dies ist wohl eines der wenigen Buchcover, wo ich sagen muss, das es einfach hässlich ist. Auch wenn das Buch nur als Parodie des Originals beschrieben wird, hätte man sich bei der Gestaltung doch etwas mehr Mühe geben können. Der Hintergrund in weiß und gelb wirkte wie bei einem Lehrbuch und auch das Bild einer Untoten konnte das Gesamtbild nicht wirklich retten.
Hier hätte man viel mehr Möglichkeiten gehabt. 


Ein unterhaltsames und so gleich erschreckendes Buch, welches zwar etwas an Spannung vermisste und mir mit seiner Sprache einige Hürden in den Weg legte, aber bis zum Ende mein Interesse erhalten konnte.