[Rezension] Alan Bradley - Flavia de Luce: Halunken, Tod & Teufel




Autor: Alan Bradley
Preis: 7,99 €
Einband: E-Book
Genre: Krimi
Seitenanzahl: 368 Seiten
ISBN: 978-3-641-06631-4
Veröffentlichung: 16.10.2012
Verlag: Penhaligon/Blanvalet












Eigentlich wollte Flavia nur ein paar vergnügte Stunden auf dem Jahrmarkt verbringen, wo sie jedoch aus Versehen das Zelt der Wahrsagerin Fenella abfackelt. Getrieben vom schlechten Gewissen lädt sie Fenella ein, auf dem Anwesen der Familie de Luce zu campieren. Doch dann wird ihre neue Freundin bezichtigt, vor Jahren ein Baby entführt und so eine Familie zerstört zu haben. Und schon bald findet Flavia die Wahrsagerin von einem schweren Schlag auf den Kopf niedergestreckt – wie tot – in ihrem Wohnwagen vor. Flavia macht sich schreckliche Vorwürfe. Wenn sie nicht gewesen wäre, wäre das alles nicht passiert. Aber da macht sie eine Entdeckung, die sie all das erst mal vergessen lässt: Am Poseidonbrunnen des Anwesens hängt eine Leiche! Flavia ist sofort Feuer und Flamme. Ein Mord ist aufzuklären, und bestimmt benötigt die Polizei dabei ihre Unterstützung …
Quelle: Random House/Penhaligon

Wieso liest du die Bücher überhaupt, wenn sie dir doch nicht richtig gefallen? Das wird sich der ein oder andere fragen, da ich die letzten Werke von Flavia ehr mittelmäßig bewertet hatte. 

Tatsächlich hatte ich eine Hoffnung das es besser wird. Doch leider wurde es das nicht. Ich kann mich mit Flavia und ihrer Welt einfach nicht identifizieren. Ich fühle mich in ihr wohl, kann aber mit den Fällen und den dazugehörigen Protagonisten nicht viel anfangen. 

Ich werde noch den 4. Teil zu Ende lesen und rezensieren, aber dann gebe ich die Reihe auf, um mich vielversprechenderen Bücher zu widmen.



Jahrmarkt in Bishop´s Lacey, da muss man einfach hin. Und wen man da bei der Wahrsagerin erwischt, ist niemand anderes als unsere Flavia. 

Wer Flavia noch nicht kennt, der darf sich auf dem Cover gerne einmal das kleine Mädchen mit den Reagenzgläsern ansehen. Flavia, welche noch immer 11 Jahre alt ist, ist eine begeisterte Chemikerin und beschäftigt sich am liebsten mit Giften. Und genau dies beschäftigt mich auch seitdem ich ihr erstes Buch las. Denn warum mussten es ausgerechnet Gifte sein? Ich hätte es ehr nachvollziehen können, wenn sie neue Substanzen erfunden hätte, wie einen Geschmacksverstärker, um Mrs Mullets Essen genießbar zu machen. Natürlich spielen die Gifte hin und wieder eine Rolle in den Büchern, aber eben nur eine kleine, da sie meist nicht die Gifte direkt, sondern nur deren Inhaltsstoffe erriechen kann. 

Die bereits bekannten Personen wie ihre Schwestern, ihr Vater und Dogger, hatten sich zu den Vorgängern kaum verändert. Dies spürte man daran, das man Ophelia und Daphne gekonnt mithasste und man einfach Mitleid mit Dogger haben musste. Allein Flavia´s Vater blieb mir weiter ein Geheimnis.

Jedes Buch brachte bisher immer ein paar neue Charaktere mit in die Geschichte. Seien es die verschiedenen Bewohner von Bishop´s Lacey oder neue Figuren von außerhalb. Selbst bei der Lösung des Falles wurden noch Personen integriert, die man vorher überhaupt nicht bedacht hatte.

Auch diesmal lernten wir das kleine Dorf von einer neuen Seite kennen, indem wir mehr über das Leben der Humpler erfuhren, welche eine Art Gaukler waren und in Bishop´s Lacey wohl einige Anhänger hatten. 



Natürlich kam ich wieder sehr gut in die Geschichte, da einen diese wieder direkt in die Handlung hinein warf. Von jetzt auf gleich war man mitten drin und das machte eindeutig Spaß.

Eines der wenigen Probleme, die ich wohl in allen Büchern hatte, war es nicht die Orientierung zu verlieren. Wo im 2. Buch noch eine Karte, zur Hilfe, mit eingebracht wurde, vermisste ich diese diesmal wieder sehr. Gerade Buckshaw, mit seinen verschiedenen Gebäudeteilen und den beiden Flügeln, war für mich irgendwann einfach nur noch ein Labyrinth, in dem ich mich komplett verlief bzw verlas.

Besonders gefiel es mir, wieder etwas über Flavia´s Mutter Harriett zu erfahren. Ich finde es sehr gut gelungen wie man ihre Geschichte in das aktuelle Geschehen mit hinein brachte und man das Gefühl bekam, das sie gleich irgendwo auftauchen würde.

Ich liebe Details und achte auch gerne auf sie. Wie man schon seit dem Vorgänger erfuhr, steht Flavia´s Vater kurz vor dem Ruin. Seine finanziellen Nöte sind sowohl seiner Familie als auch in der Nachbarschaft bekannt. Gerade deswegen ärgerte ich mich stets maßlos, wenn Flavia sinnfrei Geld ausgab oder sogar Fremden erlaubte in ihrem Haus zu leben und zu speisen. Hier hätte ich mir einfach ein wenig mehr Ernsthaftigkeit gewünscht. 

Man kam auch diesmal wieder sehr zügig durch das Buch. Auch wenn ich Probleme mit der Orientierung hatte, so ließ ich diese irgendwann einfach stehen und begnügte mich damit in der Geschichte voran zu kommen. Dies gelang auch ausgesprochen gut, da die leichte Schreibweise keinerlei Hindernisse stellte. Man las und las und merkte erst als man Durst bekam, das man ohne Pause der Geschichte folgte.

Der von vielen gelobte Humor, kommt dabei leider nicht zu mir durch. Wahrscheinlich lese ich die Bücher mit zuviel Ernsthaftigkeit und überlese dabei die humoristischen Stellen. Wer weiß.



Der Stil der Cover gefällt mir immer noch sehr. Er ist düster, aber doch sehr anziehend, so das ich es mir sehr gerne ansehe.

Gerade farblich wurde diesmal eine Schippe oben auf gelegt, da man sich diesmal für ein Lila entschied, welches deutlich mehr heraus stach als das Beige der Vorgänger. 

Natürlich waren auch wieder Details zum diesmaligen Fall im Bild versteckt, welche für mich zwar nicht unbedingt passten, man aber doch wusste wieso sie mit abgebildet waren. 

Der Stil der Überschrift und der des Buchtitels, blieb zum Glück gleich, da er die Serie mittlerweile ausmacht. Zwar habe ich immer wieder das Gefühl ein Cover der Peter Grant-Reihe von Ben Aaronovitch  zu sehen, dies ist aber anscheinend nur ein Zufall, da beide Cover von unterschiedlichen Designern entworfen wurden.



Flavia, Gifte und Mord, ein Gespann das für mich nur mäßig funktioniert. Mir wäre es wahrscheinlich einfach lieber wenn eine 11-Jährige nur Bankräuber oder Betrüger stellen würde, anstatt sich stets mit Leichen zu umgeben.



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