[Rezension] Lotte Minck - Voll von der Rolle




Infos zum Buch

- Droste Verlag - Taschenbuch - 304 S. - 10,99 € -  
Krimi - Komödie - ISBN: 9783442413331

Klappentext


Wie viele Arten, den Namen Keanu falsch auszusprechen, gibt es? Was machen Freddy Krüger und das Phantom der Oper im Ruhrgebiet? Und wieso war die Schraube locker? Viele wichtige Fragen stellen sich der unkonventionellen Sexhotline-Mitarbeiterin Loretta Luchs auch wieder in ihrem neuen, mittlerweile achten Fall.
Alles fängt so schön an: Lorettas Freund Frank hat seinen Lebenstraum verwirklicht und einen Kiosk übernommen. Mit Feuereifer stürzen sich Loretta und ihre Freunde auf die Verschönerung von „Kropkas Klümpchenbude“. Doch schon bald tauchen die ersten Schmierereien am Büdchen auf. Keiner hat gesehen, wer es war – auch nicht die drei Oppas JuppZwo, Locke und Steiger, die ihre Freizeit auf einer Bank direkt neben der Bude verbringen und gerne alles kommentieren. Lorettas Verdacht richtet sich gegen eine dreiste Jugendbande, die auch an anderen Orten für Ärger sorgt.
Während sie noch diese Spur verfolgt, stolpert sie eines Morgens über eine Leiche – und damit im wahrsten Sinne des Wortes in den nächsten Mordfall. Die Polizei geht von einem Unfall aus, denn der Tote liegt neben seinem Skateboard an einer Treppe. Aber Loretta glaubt nicht an solche Zufälle, handelt es sich doch hier um den Anführer der Jugendbande. Sie nimmt die Ermittlungen zwischen Kiosk-Tratsch, Verfolgungsjagden mit dem Hollandrad und konspirativen Treffen auf. Und findet schnell heraus, dass es einige Leute gibt, denen der Tod des jungen Skaters nicht ungelegen käme …

Meine Meinung

Für mich ging es nun zum 8. Mal in den den Ruhrpott und zu meiner liebsten Leichenfinderin Loretta Luchs. Die Reihe um Sie ist noch immer mein kleines Highlight, weshalb die Freude um so größer war, wieder zu einem Buch der Autorin zu greifen.

Obwohl es ein weit fortgeschrittener Teil der Reihe ist, dürfte er sich trotzdem sehr gut auch einzeln lesen lassen. Es gibt zwar hin und wieder Erwähnungen auf die vorherigen Fälle, aber nie so, das man das Gefühl bekommt, das diese etwas mit dem derzeitigen Fall zutun haben. 

Als ich dann die ersten Seiten gelesen hatte, war dies für mich wie ein nach Hause kommen. Ich mag den Schreibstil der Autorin, da er leicht, unterhaltsam und sehr spannend sein kann und ich dank ihr schon viele unterhaltsame Lesestunden haben durfte, wie auch diesmal.

Diesmal ging es hauptsächlich um Frank welcher eine kleine Bude übernahm und so zu seinem eigenen Herr wurde. Das dies allerdings einen so großen Stein ins Rollen brachte, hätte ich im Leben nicht gedacht. Denn es dauert natürlich nicht lange und eine Leiche taucht auf.

Trotzdem muss ich gestehen, das ich am Ende etwas enttäuscht vom Buch war, da es deutlich schwächer war als die davor. Zum einen ist der Fall zwar verzwickt, aber die Tatsache dass es diesmal ein jugendliches Opfer gab, wollte nicht so ganz bei mir fruchten. Ich fühlte mich mit dieser Tatsache einfach nicht wohl. Trotzdem sorgte der Fall, welcher sich um den Tod des Jungen bildete, für ordentlich Spannung, da er und seine Freunde nicht gerade brave Jungs waren, sondern es bereits gewohnt waren ihre Nachbarschaft zu ärgern. Hier zeigt sich wie frech die Jugend von heute eigentlich ist und was sie sich heraus nimmt, nur weil sie der Meinung ist, dass das Gesetz ihnen nix anhaben kann. Irgendwie traurig.

Natürlich erlebt man Loretta auch diesmal nicht nur als Ermittlerin sondern auch privat, was diesmal allerdings sehr emotional war, da es auch um ihr Liebesleben ging. Tatsächlich war ich mehr als geschockt, da ich Lorettas derzeitigen Partner sehr mochte und sie ihn für ihre Ermittlungen aufgeben wollte. Ich fand Pascals Einwände verständlich, denn die Ermittlungen sorgten schon öfter einmal dafür das Loretta in Lebensgefahr geriet. Dies war das erste Mal das ich meine geliebte Hauptcharakterin einfach nicht verstand. Schließlich nahm ich es hin, da das Ende doch noch ein Hoffnung aufblitzen ließ. 

Auch wenn Lorettas Liebesleben die Stimmung ein wenig kippte, erfreute ich mich an alt bekannten Gesichtern, genauso wie an den Neuen. In Lotte Mincks Welt gibt es keine Stereotypen, sondern nur ausgelesene Personen mit unverwechselbaren Charakteren. Das diese dann auch auch noch den gewissen Ruhpottcharme mit brachten und auch mit den passenden Vokabular sprachen, war einfach Unterhaltung pur. Besonders die flotten Sprüche hatten es mir angetan, da sie mir die Lachtränen in die Augen trieben.

Was das Buch für mich rettete war die Liebe zum Detail. Ich fand es toll wie am Ende erklärt wurde, was es mit den Kiosken im Ruhrgebiet auf sich hatte. Durch diese Informationen wurde ich wieder in meine Kindheit geholt, wo ich mich selbst an einen kleinen Stand sah und mir für ein paar Pfennige eine bunte Tüte Süßigkeiten zusammen stellte. Herrlich. 

Mein Fazit

Dieses Buch wird zwar nie mein Lieblingsteil der Reihe sein, aber er gefiel mir auf Grund seiner aktuellen Thematik um Jugendkriminalität. Zudem schaffte es die Autorin, mir wieder, ein Stück Ruhrpott in die Hand zu legen und das mit all seinen Charme. Der Fall war zwar nicht so toll, aber der Unterhaltungswert war wieder enorm hoch und sorgte für so einige Lacher. 

Die Bewertung


Bereits rezensierte Bücher der Autorin:


Mein Dank gilt dem Droste Verlag, für die Vergabe des Rezensionsexemplares.

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